Behandlungsmethoden

Verhaltenstherapie


Der Schwerpunkt liegt auf der Veränderung von negativen seelischen Zuständen und Handlungsabläufen in schwierigen Situationen in Richtung auf positive, zufriedenstellende Abläufe.
Dabei sind Gefühle, Gedanken und sichtbares Handeln jeweils einzeln und insgesamt mit eingeschlossen.
Oft ist es sinnvoll, zu verstehen, wie die aktuelle Belastung überhaupt entstanden ist. In der Veränderungsphase werden neue Abläufe in der Therapie besprochen, bei Bedarf geplant und zwischen den Stunden angewendet.
Einzelne als schwierig empfundene Situationen in der Therapie werden „mit der Lupe“ angeschaut, um genau zu verstehen, was die Belastung auslöst, wann sie beginnt, wie damit umgegangen wird und was danach passiert.
Dann wird nach alternativen Handlungsmöglicheiten gesucht. Im Sinne eines „Ausprobierens“ und Lernens. In der gemeinsamen Auswertung werden hilfreiche Veränderungen in den Alltag übernommen.
Je nach seelischer Symtpomatik kann auch die Vermittlung von Entspannung, das Ausprobieren zwischenmenschlicher neuer Kommunikationsformen im Rollenspiel oder Konfrontationsübungen bei Ängsten nötig oder möglich sein.


Elemente der Schematherapie

Die Schematherapie stammt aus klinisch-psychotherapeutischen Beobachtungen eines Therapeutenteams aus den USA und wird aktuell in Europa und den USA weiterentwickelt. Sie basiert auf modernen neurobiologischen und psychologischen Kenntnissen der Entwicklung und Bewältigung seelischer Belastungen. Von vier angeborenen seelischen Bedürfnissen ausgehend wurde ein praktikables anwendungsorientes Modell für den Fall entwickelt, das eines oder mehrerer dieses Bedürfnisse in der wichtigen Phase der seelischen Entwicklung (0.-12. Lebensjahr) verletzt, nicht oder unzureichend erfüllt worden ist. Dann enstehen in der Regel „seelische Narben“ oder negative Muster, die mit bestimmten Gefühlen und Gedanken einhergehen. Häufig treten sie später nur in einzelnen Lebensbereichen oder Situationen auf und zwar in denjenigen, die an das verletzte Grundbedürfnis erinnern. Das geschieht automatisch und wird oft gar nicht bemerkt. Häufig werden die als unangenehm empfundenen Situationen vermieden. Ist die Belastung zu groß, können später seelische Symptome entstehen.
In der Therapie kann individuell das eigene Muster ermittelt, verstanden und verändert werden. Dazu werden die jeweiligen meist unangenehmen Gefühle („immer in Situation x empfinde ich das belastende Gefühl y und das kenne ich schon lange“) von den Bewältigungstrategien, die man gelernt hat unterschieden. (…“und dann tue ich z“) Ist beides in der Therapie im Detail verstanden worden, kann der bisherige Ablauf positiv verändert werden.


Traumatherapie

Mit Hilfe der neueren neurobiologischen Erkenntnisse wuchs das Wissen darüber, was seelisch (im Gehirn) passiert, wenn ein Mensch lebensgefährlichen Situationen ausgesetzt ist und weder angreifen noch fliehen kann. Das Gehirn wird mit Streß überflutet und wichtige „Verarbeitungszentren“, die normalerweise die Verarbeitung von Eindrücken regeln, werden vorrübergehend sozusagen „heruntergefahren“. In der Folge können die Ereignisse nicht normal verarbeitet und neutral abgespeichert werden, sondern wirken oft über Jahre hinweg so belastend, als wären sie gerade erst geschehen. Dazu gehören sowohl akute Traumatisierungen wie Unfälle, Verkehrsunfälle, Naturkatastrophen, Überfälle, Kriegstraumatisierungen, andere Gewalterlebnisse. Aber auch zurückliegende als extrem erschreckend wahrgenommene Erlebnisse wie z.B. psychische oder physische Gewalt durch Bezugspersonen oder sexueller Mißbrauch sind traumatisierend. Forschungsergebnisse belegen, daß der Grad der Traumatisierung mit dem Ausmaß zwischenmenschlicher Gewalt zunimmt. So können Unfälle oft gut alleine bewältigt werden. Zwischenmenschliche Gewalt schon weniger. Den größten Traumatisierungseffekt hat zwischenmenschliche Gewalt durch Bezugspersonen im Kindesalter.

Eine Traumatherapie ist indiziiert, wenn die Traumatisierung die - mannigfaltig möglichen -Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung zur Folge hat. In der Therapie ist der erste Schritt eine Stabilisierung des seelischen Befindens. Es ist wichtig, sich selbst aus angespannten in einen ruhigeren Zustand versetzen zu können. Dazu können viele verschiedene Strategien angewandt werden. Die Stabilisierungsphase kann manchmal eine längere Zeit in Anspruch nehmen. Im mittleren Teil der Therapie werden die traumatisierenden Ereignisse gestuft innerhalb der Therapie erinnert und „neutralisiert“. Da jetzt, in der Gegenwart keine Gefahr mehr droht, können die belastenden Ereignisse „in der Vergangenheit“ abgelegt werden….wie es bei anderen belastende Situationen, z.B. ein unangenehmer Zahnarztbesuch auch geschieht. Im letzten Therapieteil wird das Geschehene in den eigenen Lebensplan integriert, wenn nötig, eine Perspektive für das Leben „danach“ entwickelt.